Nominierte

Die Nominierten für den Preis der Stiftung „Schutzengel für Kinder“ 2016

Christine Jatzek, Deutscher Kinderschutzbund e.V. - Ortsverband Bottrop
Nominiert durch: Jürgen Kroker

Frau Jatzek und die Wutkiste

Die pädagogische Leiterin des Ortsverbandes Bottrop, Frau Jatzek, und ihr Team kümmern sich insbesondere um die Vermittlung von sozialer Kompetenz bei ihren Schützlingen. Sie geben den Kindern in Projektwochen oder -tagen den Raum, Emotionen und Gefühle einzuschätzen und sie herauszulassen. Dies gelingt durch Wut-Zettel, die in eine Wut-Kiste geworfen und später verbrannt werden. Durch pantomimische Darstellungen persönlicher Emotionen und Gespräche untereinander werden Lösungsmöglichkeiten besprochen, mit der Wut umgehen zu können. Frau Jatzek leitet eine internationale Frauengruppe und sie und ihr Team sorgen darüber hinaus auch für Hausaufgabenhilfe, frisches Essen und einen Ort der Kommunikation und Sicherheit.

 

Friedensdorf International, Oberhausen/Dinslaken
Nominiert durch: Prof. Dr. Matthias Beenken

Zwischen Heimweh und Hoffnung

Die ca. 300 ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen des Friedensdorfs geben rund 250 kranken Kindern bundesweit aus den Kriegsgebieten unserer Welt ein zeitlich begrenztes Zuhause. Schwer kranke und verletzte Kinder im Alter von zwei bis zwölf Jahren werden nach Deutschland geholt und hier behandelt und operiert. Während ihrer Reha bleiben die Kinder durchschnittlich weitere sechs Monate hier und leben im Friedensdorf. Die Menschen, die sich dort engagieren, lassen die Kinder durch ein umfassendes Angebot und viel Aufmerksamkeit ihr Heimweh fast vergessen. Im Fokus steht die friedenspädagogische Arbeit unter dem Leitsatz: „Krieg ist immer etwas Schlechtes und keine Lösung für Konflikte.“ Deshalb lernen die Kinder im Friedensdorf das Miteinander mit Menschen aus anderen Ländern. Das Friedensdorf beteiligt sich zudem an Hilfsprojekten in betroffenen Regionen, um die Situation vor Ort zu verbessern.

 

Gerald Asamoah, Gerald Asamoah Stiftung für herzkranke Kinder, Gelsenkirchen
Nominiert durch: Barbara Wenzel-Lauf

Herzensangelegenheit

Er ist mit einem Herzfehler Fußballprofi geworden und möchte herzkranken Kindern Mut machen, nicht aufzugeben. Gerald Asamoah ermöglicht mit seiner Stiftung Kindern aus aller Welt lebensrettende Herzoperationen und unterstützt Ärzte, Krankenhäuser und betroffene Familien weltweit durch Spenden für medizinische Geräte und Behandlungen. Ebenso setzt sich die Stiftung verstärkt für das wichtige Thema Reanimation ein und fördert eine flächendeckende Bereitstellung von Defibrillatoren sowie Wiederbelebungskurse an Schulen. Durch viele Spendenaktionen, bei denen er persönlich engagiert ist, sammelt die Stiftung die notwendigen finanziellen Mittel, um herzkranken Kindern ihr Lachen zurückzugeben und ihnen ein gesundheitlich unbeschwertes Leben zu ermöglichen. Seit Anfang 2016 übernimmt Herr Dr. Frank Walter Steinmeier die Schirmherrschaft der Gerald Asamoah Stiftung.

 

Horst Ambaum, Duisburg
Nominiert durch: Heike Wools

„Der Mann, der die Fünfen wegmacht.“

Horst Ambaum, Diplom-Sozialarbeiter und Mitarbeiter der Caritas Duisburg im Ruhestand, hält nichts von Ruhe und Stillstand. Er folgte schon im Berufsleben keiner Stechuhr, sondern war immer da, wo er gebraucht wurde. Horst Ambaum hat unter anderem das Projekt „Bildungspaten“ ins Leben gerufen. Das Projekt zur Bildungsförderung benachteiligter Kinder war besonders erfolgreich und die Fünfen vieler Kinder verschwanden vom Zeugnis. Unter dem Motto „Not entdecken und angemessen helfen“ ist er weiterhin aktiv und koordiniert die Gewinnung und den Einsatz von Ehrenamtlichen sowie soziale Projekte. Horst Ambaum organisiert aktuell eine Kleiderkammer, Bildungspatenschaften und eine Schulmaterialkammer für Kinder und Jugendliche aus finanzschwachen Familien.

 

Kindernotaufnahme Spatzennest, Essen
Nominiert durch: Norbert Römer

Sicherheit in Krisensituationen

Geborgenheit und Fürsorge rund um die Uhr geben Fachkräfte zwei bis zwölfjährigen Kindern in ihrer ausweglosen Notfallsituation. Bis zu 20 Kinder finden in den zwei „Spatzennestern“ Schutz und ein Zuhause auf Zeit. Die Kinder werden nach Missbrauch, Misshandlung und Vernachlässigung aufgenommen und es wird nach einem umfangreichen Diagnostikverfahren ein individueller Hilfeplan gemeinsam mit Kooperationspartnern aufgestellt. Den Kindern muss langfristig geholfen werden. Durch Traumatisierung sind die Kinder oft in ihrer Entwicklung zurück oder auch psychisch erkrankt. Sie erhalten deshalb unter anderem Ergo- und Sprachtherapie, wie auch psychologische Betreuung.

 

Lavia – Institut für Trauerbegleitung, Gelsenkirchen
Nominieret durch: Michael Wichert

Trauer braucht Raum

Lavia versteht sich als Institut für integrative Trauerarbeit. Das Institut bildet Trauerbegleiter/innen insbesondere für Familien aus. Der Schwerpunkt der Ausbildung liegt auf verwaisten Jungen und Mädchen und ihren Familien sowie auf Familien, in denen Kinder verstorben sind. Hier, und mittlerweile auch in Österreich, Belgien und in der Schweiz, arbeiten durch Lavia qualifizierte, praxisnah ausgebildete Männer und Frauen in der Einzelbegleitung und in Gruppenangeboten. Mechthild Schroeter-Rupieper, Trauerbegleiterin, sagt: „Durch den Tod eines geliebten Menschen geraten Angehörige meist in eine Ausnahmesituation.“ Lavia begleitet sie durch Beratung und Gesprächskreise und durch die Beteiligung der familiären Zusammenhänge als unterstützendes Netzwerk, nicht zuletzt dank der Unterstützung des Fördervereins Lavia e.V. Darüber hinaus werden Krankenhäuser, Schulen und KiTas auf Wunsch als soziales Umfeld beratend informiert.

 

Neue Wege Bochum, Caritasverband für Bochum und Wattenscheid e.V.
Nominiert durch: Barbara Wagner

Kinder in Gefahr

„Neue Wege“ ist eine Beratungsstelle mit einer Kinderschutzambulanz bei allen akuten Fragen zum Thema Gewalt gegen Kinder und Jugendliche bis ins Alter von 26 Jahren. Es kann sich um einen Verdacht sowie um beobachtete, berichtete oder selbst erlittene Gewalt handeln. Auch Kinder, die Zeugen und Zeuginnen häuslicher Gewalt sind, erfahren hier Hilfe. Weiterhin führt „Neue Wege“ eine Ambulanz zur Rückfallvorbeugung. Hier erfahren Jungen und Mädchen Hilfe, die selbst sexuell missbraucht haben, damit sie einen Weg für ihre Sexualität finden, der nicht andere Menschen verletzt und demütigt. Erneute Taten sollen somit verhindert werden. „Neue Wege“ übernimmt außerdem die Fortbildung, Coaching und Supervision für Institutionen zum Thema sexueller Missbrauch und Gewalt gegen Kinder.

 

Annette Müller, Deutscher Kinderschutzbund e.V., Ortsverband Essen
Nominiert durch: Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen (MFKJKS)

Chancengleichheit für Kinder und Familien

„Die individuelle Förderung und das gemeinschaftliche Erleben und Entdecken bilden die Basis dafür, allen Kindern, unabhängig von ihrer Herkunft oder Nationalität, gute Startchancen für ihren Lebensweg zu eröffnen.“
Annette Müller setzt sich für mehr Chancengleichheit für Kinder und ihre Familien ein. Das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein Westfalen würdigt ihre Arbeit besonders, indem das Ministerium Annette Müller für den Preis vorgeschlagen hat.

 

Petra Kleine-Möllhoff, KiTa St. Maria Rosenkranz, Essen
Nominiert durch: Mitarbeiterin der Essener KiTa St. Maria Rosenkranz

Wasserforscher/innen unterwegs

Sie arbeitet ehrenamtlich eng mit den Mitarbeitenden der Kindertageseinrichtung zusammen und prägt dort den Alltag. Petra Kleine-Möllhoff fördert die Kinder individuell in Projekten und bietet wöchentlich spielerisch praxisnahe Erfahrungszeit an. Als Klimabotschafterin der Stadt Essen liegen ihr die Förderung und Bildung zu Umweltthemen besonders am Herzen. Regelmäßig präsentiert sie den Kleinen Experimente zum nachhaltigen Verständnis ihrer Welt.

 

Kirche für Kinder (KiKi), Gelsenkirchen
Nominiert durch: Wolfgang Pingel und Martin Verfürth

„Ohne ihre Hilfe wären wir total aufgeschmissen…“

KiKi kämpft gegen Kinderarmut und bietet schnelle und unkomplizierte Hilfe für Kinder in Not. Es werden Familien, Vereine, Institutionen und das Umfeld von Kindern unterstützt; da wo soziale Netzwerke nicht ausreichend helfen können. Ein Junge bekommt Fußballschule, viele Kinder eine Klassenfahrt, ein Sportverein eine Teamreise bezahlt – und auch die Hausaufgabenbetreuung wird finanziert. Hierbei legt das Team von KiKi auch großen Wert auf die Nachhaltigkeit der Maßnahmen, um den Kindern bessere Chancen für die Zukunft zu ermöglichen. KiKi ist ein Engagement der Katholischen Kirche Gelsenkirchen.

 

Engelhard Overdiek, Essen
Nominiert durch: Sandra Weyers

Küchenengel

Engelhard Overdiek kochte in seiner aktiven Zeit das Mittagessen für die Kindergartenkinder der KiTa Herz Jesu in Essen-Burgaltendorf mit viel Enthusiasmus. Ehrenamtlich sorgte er gemeinsam mit seiner Frau Marianne verlässlich mit frisch gekochten Mahlzeiten für warme Mägen und zufriedene Kinder. Über das Kochen hinaus, hat er sich persönlich sehr eingebracht und hatte für Alle stets ein offenes Ohr. Engelhard Overdiek war die „gute Seele“ für die Eltern, Kinder und Erzieher/innen der KiTa Herz Jesu.

 

Karl Dimmers, Hattingen
Nominiert durch: Pfarrer Winfried Langendonk

Clown sein ist sozial sein

Der soziale Clown Karl Dimmers, ein ehemaliger Lehrer, beschloss nach schwerer Krankheit, Menschen in schwierigen Situationen ein Lachen ins Gesicht zu zaubern. Ehrenamtlich gibt er an Grundschulen Clownsunterricht und der 73-Jährige tritt vor kranken Kindern in der Reha-Klinik Holthausen auf. Denn Clown sein ist für ihn vor allem: sozial sein. So besucht er auch ältere Menschen in Seniorenheimen. „Der Clown kommt an die Menschen heran, er wird umarmt und geküsst“, sagt er. Meistens haben Kinder Angst vor einem Clown, deshalb kommt Karl Dimmers zunächst als Zauberer. Er schminkt und verwandelt sich vor den Kindern zum Clown Charly. Charly hat immer für jedes Kind ein kleines Geschenk dabei. Eine Mutter in der Reha-Klinik sagte einmal zu ihm: „Du bist für die Kinder wie ein Engel.“

 

„Schalke hilft!“, Gelsenkirchen
Nominiert durch: Ingrid Raddatz

Hilfe zur Selbsthilfe

„Wir wollen da ansetzen, wo Menschen aufgrund einer Benachteiligung von irgendetwas ausgeschlossen sind“, sagt Sebastian Buntkirchen, Geschäftsführer der Stiftung. Im Fokus steht schnelle, unbürokratische Hilfe für Menschen aus Gelsenkirchen und dem Ruhrgebiet. Ein Schwerpunkt der Stiftung liegt im Bereich der Talentförderung und Bildung. „Schalke hilft!“ sieht seine Projekte als Hilfe zur Selbsthilfe und möchte den Jugendlichen Perspektiven aufzeigen, ihnen den Glauben an sich selbst zurückgeben, zur sozialen Integration beitragen, motivieren, Talente fördern und Wegweiser sein. Denn Arbeitslosigkeit muss kein unausweichliches Schicksal sein.

 

AK Kinderbetreuung Runder Tisch Hamburger Straße, Essen
Nominiert durch: European Homecare GmbH

Refugees welcome

Flüchtlingsfamilien werden von derzeit 15 Ehrenamtlichen willkommen geheißen. Der Arbeitskreis wurde für das Zeltdorf in Frohnhausen gegründet und hat das Ziel, Ankommende möglichst schnell zu integrieren. Das Team kümmert sich um Flüchtlingskinder unter anderem mit der Einrichtung eines Spielcontainers, des Sing- und Spielkreises und weiterer Angebote zur Sprachförderung sowie und der Organisation von Spielplatzfesten und Puppenspielen mit der Nachbarschaft. Ein Frauenkreis, Jugendarbeit im Bereich Sport und Bildung und die Vermittlung von Patenschaften für Flüchtlinge wurden genauso aufgebaut, wie die Kooperation mit Institutionen und Privatpersonen aus der Umgebung. Ziel ist es, den Alleinreisenden und Familien Starthilfe für alle Anforderungen, die sich in ihrer neuen Lebenssituation stellen, zu geben.

 

Nelson Müller, Essen
Nominiert durch: Doris Müller

Viel Zeit für Kinder

Der erfolgreiche TV-Koch und Restaurantbesitzer nutzt seine Popularität, um trotz sehr gefüllten Terminkalenders ehrenamtlich vor allem Kindern zu helfen. Er beteiligt sich und initiiert persönlich Spendensammelaktionen für Institutionen, die sich besonders für Kinder in Not einsetzen. So unterstützt er das Flitzmobil in Essen-Kray als Schirmherr diverser Projekte vor allem wenn es um ausgewogene Ernährung und Bewegungsförderung geht. Er kümmert sich um das Essener Spatzennest aktiv und repräsentativ und ist Pate für die Kindernotaufnahme des Kinderschutzbundes in Essen-Borbeck.

 

Brunnenprojekt Hustadt, Bochum
Nominiert durch: Thomas Köster

„Eine gute Chance für die Menschen hier“

Präsent sein, zuhören, mitreden und spielen – die sozialpastorale Initiative setzt sich für den interkulturellen und interreligiösen Dialog ein. Streetworker/innen und Studierende der Ruhr-Universität Bochum fördern Kontakte zwischen Menschen aus über 40 Nationen auf Spielplätzen, in Innenhöfen, auf der Straße und in Schulen. Sie sind Ansprechpartner/innen und Vertrauenspersonen für Kinder, Jugendliche, Eltern und Senioren der Hustadt und der Flüchtlingsunterbringungen in diesem Stadtteil.

 

Netzwerk Wohlfahrtstrasse, Bochum
Nominiert durch: Thomas Köster

„Geduldet in Wiemelhausen – mehr nicht?“

Die Flüchtlingsunterkunft in der Wohlfahrtstrasse in Bochum-Wiemelhausen wurde durch hauptamtliche Sozialarbeiter und Ehrenamtliche mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Durch die sehr gute Organisation und Kooperation mit vielen anderen, die helfen können und wollen werden Flüchtlinge in einem sehr engmaschigen Netzwerk aufgefangen. Sie erhalten Hilfe bei Formalitäten und der Wohnungssuche, Sprachunterricht, Begleitung für Amts- und Arztbesuche und ein großes Freizeitangebot. Explizit für Kinder und Familien gibt es Spielstunden, Musikprojekte, Betreuungsangebote und vieles mehr. Viel Wert wird auf das Angebot von Kontaktmöglichkeiten mit Bewohnern und Bewohnerinnen der Stadt Bochum gelegt.

 

IFAK e.V. – Verein für multikulturelle Kinder- und Jugendhilfe – Migrationsarbeit, Bochum
Nominiert durch: Thomas Köster

Nicht der Unterschied ist das Problem, sondern der Umgang damit

Der Verein ist eine Selbstorganisation von Zuwanderer/n/innen und Einheimischen. Er ist Träger mehrerer Einrichtungen und Projekte der interkulturellen Kinder- und Jugendhilfe und leistet Migrationssozialarbeit für Familien in verschiedenen Bochumer Stadtteilen. Die vielen Mitarbeiter/innen und Ehrenamtlichen verfolgen einen interkulturellen Arbeitsansatz und damit das gemeinsame Ziel, das Zusammenleben und die gegenseitige Akzeptanz und Toleranz von Zuwanderern und Einheimischen zu fördern, die Migrantenbevölkerung zu stärken und Benachteiligungen abzubauen. Aktuell entsteht ein neues Projekt im Mehrgenerationenhaus in Bochum-Dahlhausen, das „Stammgäste“ mit Flüchtlingskindern im Rahmen von vielschichtigen Aktivitäten zusammenbringt.

 

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